[Bus 13] MAN SL 200



MAN SL 200


Erstzulassung
14.06.1977
Im OCM seit
August 2007
Kilometerstand bei Übernahme
888 006 km
Vorbesitzer
Stadtwerke München, Verkehrsbetriebw (Wg.-Nr. 4458; 1977-1991); Bauer Lipp, Weiterstadt (1992-2007)
Motortyp
MAN D 2566 MUH
Leistung
192 PS
Höchstgeschwindigkeit
75 km/h
Getriebe
Voith D 851 (3-Gang-Automatic)
Länge
11,24 m
Breite
2,50 m
Höhe
3,01 m
Sitz-/Stehplätze
40 / 55
Leergewicht
9,5 t
Fahrgestellnummer
299-0058-0058


Als ehemaliger Münchner Linienbus ist dieser MAN SL 200 in seinem gelben Farbkleid nicht mehr erkennbar – denn nach seiner Ausmusterung bei den Münchner Stadtwerken wurde er von weiß-blau auf gelb umgespritzt.

Dies alleine wäre ja keine Besonderheit – denn wenn ein Bus bei den Münchner Stadtwerken ausrangiert wird, ist er noch lange nicht schrottreif. Die meisten Fahrzeuge kommen noch anderswo zum Einsatz, sei es in Deutschland oder im Ausland, sei es im regulären Linienverkehr oder als Schulbus. Nur die Belastung ist beim „Zweitbesitzer“ meist nicht mehr so hoch wie in der Heimatstadt, wo so ein Bus durchaus von 5 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts ununterbrochen im Einsatz steht.

Eine ganze besondere Karriere machte jedoch dieses Fahrzeug: 1977 von den Stadtwerken München unter der Wagennummer 4458 in Dienst gestellt, war es bis 1991 im Münchner Linienverkehr im Einsatz. Danach wurde der Bus verkauft – aber nicht an einen Busunternehmer, sondern zusammen mit einem baugleichen Wagen (ehemalige Nummer 4488) an einen Spargelbauern aus der Gegend von Darmstadt. Dessen Felder sind so groß, dass er für seine Spargelstecher eine Möglichkeit suchte, diese morgens aufs Feld und abends wieder zurück zu bringen. Somit wurden die beiden Münchner Linienbusse 4458 und 4488 zu wahren Feldarbeitern – denn ihr Einsatzgebiet erstreckte sich durchaus auch auf unbefestigte Feldwege.

Bus 4458 war dort bis ins Jahr 2007 im Einsatz, der 4488 befindet sich noch immer dort. Nun möchte man meinen, dass ein Bus nach 14 Jahren Linienverkehr und weiteren 16 Jahren „Feldarbeit“ vollkommen verbraucht ist. Weit gefehlt: nach einer ersten Besichtigung des zur Aussonderung anstehenden Busses war klar, dass man einen 30 Jahre alten Veteranen in diesem Zustand so schnell nicht wieder bekommt. Der Innenraum war zwar verschlissen und extrem verschmutzt, aber Technik, Fahrwerk und Aufbau befanden sich in hervorragendem Zustand. Obendrein war der Bus weitestgehend original erhalten.

Die Erklärung: die jährliche Einsatzzeit eines betrug maximal 3 Monate, nämlich die Spargelsaison. Nach jeder Saison wurden beide Busse generalgereinigt, gewartet und konserviert. In einer trockenen Halle warteten sie so auf die nächste Saison.

Im August 2007 wurde Bus 4458 außer Dienst gestellt – aber nicht aus technischen Gründen, sondern weil der Spargelbauer ihn aus Kapazitätsgründen durch einen größeren Bus ersetzen musste. Der OCM hat den Bus ohne Zögern übernommen, nachdem sich spontan einige Paten für dieses Fahrzeug fanden. Langfristig soll er natürlich wieder seine originale, weiß-blaue Lackierung zurück bekommen.