[Bus 12] NEOPLAN / Deutz N 416 SL II



NEOPLAN / Deutz N 416 SL II


Erstzulassung
04.09.1986
Im OCM seit
Oktober 2007
Kilometerstand bei Übernahme
732 814 km
Vorbesitzer
Stadtwerke München, Verkehrsbetriebe (Wagen-Nr. 4712; 1986-2007; seit 1999 interner Pendelbus in der Technischen Basis Fröttmaning)
Motortyp
KHD
Leistung
204 PS
Höchstgeschwindigkeit
85 km/h
Getriebe
Voith D 851 (4-Gang-Automatic)
Länge
11,50 m
Breite
2,50 m
Höhe
3,10 m
Sitz-/Stehplätze
43 / 51
Leergewicht
10,5 t
Fahrgestellnummer
86 125 91


Als bei den Münchner Verkehrsbetrieben 1986 die Beschaffung von 17 Normalbussen anstand, machte erstmals die Gottlob Auwärter GmbH & Co KG aus Stuttgart das Rennen. Besser bekannt war dieser Familienbetrieb aber wohl unter dem Markennamen NEOPLAN, was so viel bedeutet wie „Neuzeitliche Omnibus-Planung“.

Diesem Namen machte NEOPLAN auch alle Ehre. Hauptsächlich im Reisebusgeschäft tätig und für jeden Kundenwunsch offen, fertigte NEOPLAN seit jeher aber auch schon Linienbusse – allerdings in geringerer Stückzahl und bislang nicht in der standardisierten VÖV-Ausführung, die seit Beginn der 70er-Jahre den Löwenanteil aller kommunaler Omnibusse ausmachte.

Erst mit Entwicklung der 2. Generation des VÖV-Standard-Linienbusses (SL II) beteiligte sich auch Auwärter an diesem Projekt – und das so erfolgreich, dass MAN und Mercedes zunächst keine Motoren mehr an den neuen Mitbewerber lieferten. Doch die rührige Mannschaft um Albrecht und Konrad Auwärter sowie Designer Bob Lee ließ sich auch hier etwas einfallen und stattete ihre SL II fortan kurzerhand mit DAF- oder Deutz-Motoren aus.

Am 31. Juli 1986 wurden die 17 Busse des Typs NEOPLAN N 416 SL II im Beisein von Seniorchef Gottlob Auwärter an die Münchner Stadtwerke ausgeliefert. Die mit dem luftgekühlten V8-Deutz-Motor ausgestatteten Busse erhielten die Wagennummern 4701 bis 4717 und waren zunächst im Betriebshof Ost stationiert. Mit Einführung des „Rechnergesteuerten Betriebsleitsystems“ (RBL) wurden sie 1987 entsprechend umgerüstet und in den Betriebshof West umstationiert. Bis Ende der 90er-Jahre standen die 17 hochflurigen NEOPLAN-Busse im Einsatz und wurden anschließend nahezu komplett an einen Busunternehmer aus dem Rheinland verkauft, der sie noch einige Jahre einsetzte. Bus 4712 ist bei den SWM verblieben – er diente bis Mitte 2007 ohne Straßenverkehrszulassung als interner Pendelbus in der technischen Basis der SWM in München-Fröttmaning. Danach wurde er zu einem symbolischen Preis dem OCM überlassen und bleibt dort als einziger Vertreter des „VÖV-Standard-Linienbus II“ (SL II) als Museumsbus erhalten.

Bei den Stadtwerken München wurden nach den 17 NEOPLAN-Bussen nur noch etwa 50 Gelenkbusse in der Form des SL II angeschafft, anschließend erfolgte bereits die Umstellung auf behindertengerechte Niederflurbusse – eine Entwicklung, die ebenfalls die Handschrift von NEOPLAN trägt. Die 17 Fahrzeuge des Typs N 416 SL II waren somit die einzigen serienmäßigen zweiachsigen Standard-Linienbusse der 2. Generation der Münchner Stadtwerke.

Der Bus steht nun wechselweise für das MVG-Museum bzw. das Auwärter-Museum in Landau / Isar zur Verfügung, das der ehemalige NEOPLAN-Geschäftsführer Konrad Auwärter liebevoll eingerichtet hat. NEOPLAN gehört indes zum MAN-Konzern. Für Sonderfahrten kann der Bus zeitweise gebucht werden.